KRIMS verbietet Rudern im Zweier!

Liebe Ruderfreunde,

am 30. Juni 2020, 14:32 Uhr erhielt Reinhard Krüger eine E-Mail des Krisenmanagements des Nds. Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (KRIMS), mit der Mitteilung, dass die am 17. Juni 2020 erteilte Auskunft zurückgezogen werden müsse.

Der Originaltext:

Sehr geehrter Herr Krüger,

ich nehme Bezug auf meine Nachricht vom 17.06.2020 und nehme meine darin dargelegte ursprüngliche Auslegung zurück.

Aktuell ist die körperliche und sportliche Betätigung im Freien erlaubt. Hier gilt: Möglichst alleine, mit den Personen aus dem gleichen Hausstand oder auch in Sport- oder Trainingsgruppen, wenn diese von einer Trainerin oder einem Trainer angeleitet werden. Immer muss jedoch ein Mindestabstand von zwei Metern zu Personen, die nicht dem gleichen Hausstand angehören, eingehalten werde (s. § 1 Abs. 8 Nr. 2 der Verordnung).

Die Regelung zu 10-Personen-Gruppen (ohne Abstand untereinander) gilt auf Grund des erhöhten Aerosolausstoßes bei der Sportausübung nicht.

Das bezieht sich auch auf Rudern in Booten für 2 oder mehr Personen.

Leider ist die ursprüngliche Auslegung, unter welchen Bedingungen Rudern zulässig ist (s. meine Nachricht vom 17.06.2020) nach Überprüfung so nicht haltbar.

Bei Sport im öffentlichen Raum gilt die 10 Personen-Regel (bis 21.06.2020 die 2 Haushalts-Regel) nicht. Eine Auslegung „in Anlehnung“ daran ist nicht beabsichtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrage

….

Nun, der Verweis auf § 1 Abs. 8 Nr. 2 der Verordnung ist aber für uns Bootssportler (Rudern/Kanu) nicht zutreffend, da wir im öffentlichen Raum rudern. Offensichtlich kümmert sich bei KRIMS niemand um unsere Sachargumente, sonst würden so peinliche Bearbeitungsfehler nicht geschehen. Der weiterführende Schriftverkehr führt auch zu keiner Klärung. Wir haben, möglicher Weise auch aus diesem Grund, immer noch keine Antwort auf unsere Anfrage vom 16. Juni 2020 (mehrfach angemahnt), in der wir anhand der Veröffentlichung des DRV dargelegt hatten, dass bauartbedingt ein Abstand von nur 1,35 bis 1,40 Metern untereinander im Boot einhaltbar ist.

Unseren Hinweis auf der Homepage, in dem wir aufgezeigt hatten, dass die zurzeit geltende VO nicht eindeutig formuliert ist und damit ein Rudern in Großbooten wieder möglich erscheint, haben wir auf Bitte des Ministeriums von der Homepage genommen. Die Sportarten Rudern und Kanu versuchen weiterhin über einen abgestimmten gemeinsamen Weg, die Lockerungen durchzusetzen. Der Landes-Kanu-Verband Niedersachsen hat es übernommen, in einem offenen Brief am MP Weil auf die katastrophale Verordnungslage und den Umgang mit dem organisierten Sport hinzuweisen (siehe https://www.kanu-niedersachsen.de/news).

Der LRVN wird noch heute über seine politischen Kontakte versuchen, Sachargumente bei den Abgeordneten zu platzieren, so dass eine Öffnung der 2 Meter Abstandsregelung bei kontaktfreiem Sport möglich wird.

Im Augenblick bleibt uns nur zu hoffen, dass die in der Presse bereits diskutierte 30 Personen-Regel auch für den Sport und insbesondere für den Rudersport die Tür öffnet, ohne juristische Spitzfindigkeiten wieder im Vierer und Achter rudern zu können. Aber, es gibt auch die Gerüchte, dass erst zum 15. Juli Änderungen über eine gesetzliche Regelung eingeführt werden.

Wir bleiben dran!
Mit rudersportlichen Grüßen

gez. Reinhard Krüger
Vorsitzender

PS. Das Titelbild zeigt die Elbe in Dresden (Foto: A.Schlünzen)